Durch die Augen einer Fotokamera…

Sebastian Wiegmann, Fotografie, Aus der Perspektive einer Fotokamera, Durch die Augen einer Fotokamera, POV,
Hemer, 2017

Das Foto zeigt die Welt durch die Augen meiner Fotokamera, die auf meinem Schreibtisch steht.

Ich habe die Fotokamera lediglich eingeschaltet und auf den Auslöser gedrückt; mehr nicht. Mich hat interessiert, wie die Welt, in der ich mich bewege, aus der Perspektive eines Dritten aussieht.

Wenn ich meine Fotokamera wäre, hätte ich zum Zeitpunkt des Fotos beobachten können, wie ich mich gerade darauf vorbereite, eine Outline für einen Blogpost über das Thema „Daily Blog“ zu schreiben.

Ich schreibe neuerdings viel im Stehen an meiner Pinnwand mit einem schwarzen Filzmarker auf DIN A4 Blätter. Diese Methode bietet mir mehr Bewegungsspielraum. Ich denke nicht nur bildlich gesprochen gerne „on my feet“.

Erst, nachdem ich eine Outline oder einen ersten Entwurf handschriftlich verfasst habe, setze ich mich an mein Notebook und überarbeite den Entwurf in einem Wordpad-Dokument.

Wie so ein handschriftlicher Entwurf eines Blogsposts aussieht, zeige ich auf dem Foto des Blogposts „Das Netzwerk“.

Was für eine Absicht steckt noch hinter dem Foto?

Einerseits habe ich das Foto aus der Perspektive meiner Fotokamera geschossen, weil ich mich genau daran erinnern wollte: Alles ist eine Frage der Perspektive.

Andererseits möchte ich nebenbei weiter meinen neuen Workflow dokumentieren, der sich immer mehr abzeichnet. Ich arbeite nicht analog oder digital, ich arbeite analog und digital.

Das ist auch wieder so eine Sache, die ich in den letzten Jahren erst gelernt habe:

Wenn mir entweder… oder… nicht gefällt, kann ich mich auch einfach für die dritte Möglichkeit entscheiden: und.

 

Warum ich das Wort „man“ aus meinem Wortschatz streichen möchte…

Ich möchte das Wort „man“ aus meinem Wortschatz streichen, weil ich zu der Überzeugung gelangt bin, dass „man“ eine Verallgemeinerung ist, hinter der ich mich wunderbar verstecken kann, wenn ich unsicher bin.

Drei Beispiele:

  1. Wenn ich sage: „Darüber spricht man nicht“, meine ich damit eigentlich: „Darüber spreche ich nicht.“
  2. Wenn ich sage: „Über Geld spricht man nicht“, meine ich damit eigentlich: „Über Geld spreche ich nicht.“
  3. Wenn mir jemand einen Kommentar schreibt: „Worüber du hier sprichst, erzählt man eigentlich nur seinem besten Freund“, meint diese Person eigentlich: „Worüber du hier sprichst, erzähle ich eigentlich nur meinem besten Freund.“

Ich lebe meine eigene Wahrheit und basierend auf dieser Wahrheit konstruiere ich meine eigene Realität, in der andere Regeln gelten als in der Realität einer anderen Person.

Meine Realität ist nicht besser oder schlechter als die Realität anderer Personen, sie ist einfach nur anders. Das ist alles.

Das Ding ist folgendes:

Weder möchte ich mich hinter einer imaginären Allgemeinheit verstecken, noch möchte ich anderen ein schlechtes Gewissen machen, indem ich behaupte, dass man dieses und man jenes nicht tue.

Viele Jahre bin ich schnell ins Zweifeln gekommen und habe meine Entscheidungen in Frage gestellt, wenn ich gehört habe, dass man (also alle) etwas nicht tut.

Doch nur mal angenommen, man (also angeblich alle) tut etwas wirklich nicht, bedeutet das dann automatisch, dass ich es auch nicht tun kann/sollte/darf? Ich denke nicht.

Solange ich keiner anderen Person schade oder das Gesetz breche, kann ich tun und lassen, was ich möchte. Auch wenn man das vielleicht anders sieht.

Ein schlechtes Gewissen ist eine gute Möglichkeit, das Verhalten von anderen Menschen zu kontrollieren.

„Das tut man nicht“, habe ich zum Beispiel oft zu hören bekommen, als ich die Schule abgebrochen habe.

Aber jetzt mal ganz ehrlich:

Wie hätte ich guten Gewissens behaupten können, dass ich mir sicher bin, keinen Schulabschluss zu brauchen, um einen Job in der Medienbranche zu bekommen, aber im gleichen Moment für mein Fachabitur büffeln?

„People are always saying: ‚I talk and I talk and I talk. But guess fucking what? I back it up!'“ -Conor McGregor

Danke, man, du imaginäre Allgemeinheit, dass ihr euch bis hierhin schützend vor mich gestellt habt. Aber ich bin jetzt groß und möchte die volle Verantwortung für mein Leben übernehmen.

Ich pack das von jetzt an alleine.

Über mein neues Leben ohne Smartphone

Sebastian Wiegmann, Fotografie, Gera, TMBZ, Workshop, Daily Blog, Google Maps,
Gera, 2017

Ich habe mich auf 950m Wegstrecke verlaufen. Keine Ahnung, wie ich das geschafft habe, aber bevor ich am Hotel in Gera angekommen bin, musste ich dreimal nach dem Weg fragen und vom einen Ende der Stadt zum anderen laufen.

Ich bin ein Pfadfinder, ey. Wahnsinn.

Andererseits hab ich’s ja dann doch noch geschafft; sogar die Küche hatte noch auf. Ich habe Toast Hawaii ohne Kochschinken bestellt. Lecker.

Dass ich mich vom TMBZ auf dem Weg zum Hotel verlaufen habe, zeigt mir, dass mein Smartphone einen entscheidenden Vorteil hatte: Google Maps.

Als ich Google Maps noch unterwegs nutzen konnte, bin ich durch fremde Städte navigiert wie ein Einheimischer:

Mein „Trick“ ist der gewesen, dass ich die Google Maps App im Hintergrund habe weiterlaufen lassen, während ich Musik gehört habe.

Jedes Mal, wenn ich zum Beispiel in eine neue Straße abbiegen musste, hat mich die Frau, die in meinem Smartphone wohnt, in die richtige Richtung gelenkt. (Eigentlich ein Traum, aber wenn ich es so ausdrücke auch irgendwie beängstigend.)

Die Stimme(n) in meinem Kopf sind noch da, die Stimme der Frau aus meinem Smartphone fehlt. Stattdessen drucke ich Google Maps Karten jetzt wieder vor meiner Reise in eine fremde Stadt aus und bilde mir ein, dass ich mit Hilfe dieser Karten den Weg zum Zielort finden werde.

Manchmal bin ich echt naiv…

Der Vorteil, den ich jedoch darin sehe, dass ich kein Smartphone mehr habe und dementsprechend die Google Maps App unterwegs nicht mehr benutzen kann, ist der, dass ich wieder lerne, fremde Menschen anzusprechen und nach dem Weg zu fragen.

Klingt im ersten Moment vielleicht seltsam, aber seit ich mein Smartphone und dessen Vorzüge wie Google Maps nicht mehr genießen kann, nehme ich wieder aktiver an der Welt um mich herum teil.

Ich möchte das gar nicht werten, dass ein Leben ohne Smartphone besser ist als ein Leben mit Smartphone oder umgekehrt. Ich beschreibe lediglich meine Beobachtungen, die mich tatsächlich selbst überraschen.

Ich meine, ich hätte die junge Frau am Dortmunder Bahnhof nie im Leben angesprochen, wenn ich mein Smartphone noch benutzen würde. Hätte ich mein Smartphone dabei gehabt, wäre ich im Internet gesurft.

Stattdessen habe ich mir seit meiner letzten Erfahrung vorgenommen, mir eine sinnvolle Beschäftigung zu suchen, während ich auf den Bus, oder in diesem Fall den Zug, warte; und das habe ich auch tatsächlich getan, indem ich die Augen nach Motiven offengehalten habe, die ich fotografieren könnte.

Das Ding ist folgendes:

Ich weiß es doch auch nicht. Haha!

Ich experimentiere. Ich beobachte. Ich lerne. Und ich wünsche mir einfach, dass ich eine fundierte Meinung zu diesem Thema „Digital Detox“ haben werde, wenn ich genug Proben gesammelt und ausgewertet habe.

Mein erstes Zwischenfazit fällt für mich jedoch, wie gesagt, überraschend positiv aus, weil ich mein Smartphone tatsächlich so gut wie gar nicht vermisse; abgesehen von Google Maps.

PS Die Karte auf dem Foto zeigt den Weg zum TMBZ in Gera. Die eigentliche Karte mit Wegstrecke zum Hotel, habe ich nicht fotografiert.

Was habe ich aus dieser Erfahrung gelernt?

Ich bin kein Freund von Lippenbekenntnissen.

Soll heißen, die Ratschläge, die ich anderen gebe, möchte ich selbst befolgen. Ich möchte meine Lebensphilosophie klar und deutlich artikulieren können und nach ihr leben.

Als ich gestern Morgen am Dortmunder Hauptbahnhof auf meinen Zug gewartet habe, hat sich mir die Möglichkeit geboten, mir selbst zu beweisen, dass ich nicht nur rede, sondern auch mache.

Folgende Situation:

Ich habe am Gleis gestanden und auf meinen Zug gewartet.

Etwa 100m rechts neben mir war so ein Kiosk. Und in diesem Kiosk stand eine bildhübsche junge Frau hinter der Ladentheke und starrte in die Ferne.

Ihre blonden Haare, die sie zu einem Pferdezopf gebunden hatte, passten perfekt zu der blau-gelben Uniform, die sie getragen hat und natürlich fiel das Sonnenlicht genau im richtigen Winkel auf ihr Gesicht.

Eine Szene wie aus einem Film; es stimmte einfach alles.

Ich wollte, nein, ich musste, sie fotografieren! Aber ich hatte Angst. Was ist, wenn sie „Nein“ sagt?

Ich will ehrlich sein:

Es hat 15 Minuten und einen einfahrenden Zug gebraucht, bevor ich die Courage aufgebracht habe, sie zu fragen. In dem Zug ist nämlich die Gewissheit mitgereist, dass es egal ist, wenn sie „Nein“ sagen sollte, weil ich ein paar Minuten später eh die Stadt verlassen werde.

Ich bin also zu ihr hin und frage freundlich, ob ich sie fotografieren dürfe.

Sie lächelt mich an.

Sie lächelt mich an und sagt: „Nein.“

Okay, dachte ich, so fühlt sich das also an, wenn ich etwas tue, obwohl ich Angst davor habe, und der Worst Case eintritt: Weder ist mein Herz gebrochen, noch hat sich die Welt aufgehört zu drehen, und niemand hat mich ausgelacht. Also im Grunde genommen ist nichts passiert. Krass.

Ich wünsche ihr einen schönen Tag und steige in den Zug.

Während ich jetzt in Wagen 9 auf Platz 51 im Großraumabteil an meinem Fensterplatz sitze, werden mir drei Sachen bewusst, die ich aus dieser Erfahrung gelernt habe:

  1. Es gibt Menschen, deren Ausstrahlung mich so fesselt, dass ich sie für immer in Form eines Fotos festhalten möchte.
  2. Vor nicht allzu langer Zeit wäre es für mich undenkbar gewesen, eine fremde Person in der Öffentlichkeit anzusprechen. Ich entwickle mich offensichtlich positiv weiter und das freut mich.
  3. Ich habe gelernt, und das ist die wichtigste der drei Sachen, dass es nicht um mich und meinen Vorteil geht; es geht immer um die andere Person und darum, welchen Vorteil ich ihr bieten kann.

„If you’re asking“, sagt Unternehmer Gary Vaynerchuk, „you don’t have the leverage.“ Bedeutet, wenn ich eine andere Person fotografieren möchte, dann sollte ich mir überlegen, was die andere Person davon hat; welchen Mehrwert kann ich ihr anbieten?

Ein Mehrwert in dieser Situation wäre zum Beispiel gewesen, wenn ich ihr das Foto per Email geschickt hätte; fürs Familienalbum, oder Facebook, oder Instagram.

Jetzt ist es nur so:

Die Theorie ist eine Sache, die Praxis eine ganz andere. Ich werde mir überlegen müssen, wie ich den Vorteil für die andere Person klar hervorhebe, wenn ich die nächste Person um ein Foto bitte.

Und sollte sich dann immer noch nicht der gewünschte Erfolg einstellen, werde ich den Tipp von The Futur CEO Chris Do beherzigen: „It’s a numbers game.“

PS Der Blogpost heute muss ohne Foto auskommen. Warum, erklärt sich von selbst, denke ich…

Was hat ein Käse-Croissant mit meinem Smartphone zu tun?

Sebastian Wiegmann, Fotografie, Digital Detox, Nokia 100, Smartphone,
Hemer, 2017

Nachdem ich Schülern meiner alten Berufsschule meine Idee vorgestellt hatte, habe ich auf dem Weg zur Bushaltestelle kurz beim Bäcker halt gemacht.

Ich habe 3,95 Euro für ein Käse-Croissant, ein Schoko-Croissant, und eine Nussecke bezahlt und jedes einzelne dieser Gebäckstücke hat einfach nur alt geschmeckt. Ohne Scheiß, ich hätte auch eine Handvoll Sand essen können, so trocken hat sich die Nussecke angefühlt, als ich reingebissen habe.

Gut, kommt schon mal vor, dass Essen scheiße schmeckt. Und die eigentliche Sache, um die es hier geht, ist auch eine ganz andere…

Es geht nämlich um folgendes: Warum habe ich überhaupt für 3,95 Euro Gebäck gekauft?

Ich habe für 3,95 Euro Gebäck gekauft, weil ich mir einerseits eingebildet habe, dass ich mir eine Belohnung verdient hätte, nachdem ich den Schülern meine Idee gepitcht hatte.

Und andererseits, das ist kein Scheiß (!), habe ich das Gebäck gekauft, weil ich auf den Bus gewartet habe.

Normalerweise hätte ich die Wartezeit überbrückt, indem ich mit meinem Smartphone im Internet gesurft wäre, oder ich hätte jemanden angerufen; aber mein Smartphone habe ich ganz bewusst zu hause liegen lassen. Und, wo kein Smartphone, da kein Internet. Digital Detox halt.

Das Ding ist nur folgendes:

Wenn ich mit meinem Smartphone im Internet surfe, oder selbst, wenn mir jemand eine SMS schreibt, löst das eine ganz bestimmtes Gefühl in mir aus: Instant Gratification.

Und jetzt stehe ich also an der Bushaltestelle, warte auf den Bus, aber irgendwas stimmt nicht… irgendwas fehlt… Es fehlt mir dieses Glücksgefühl, das ausgelöst wird, wenn mein Smartphone klingelt, piepst oder vibriert, weil irgendwer oder irgendwas sich bei mir meldet und mir damit sagt: „Du bist wichtig!“

Und jetzt kommt’s:

Was ist die nächstbeste Quelle für Instant Gratification? Essen. (Also nicht die Stadt, sondern das zu sich Nehmen von Nahrung.)

Als ich von heute auf morgen mit dem Rauchen aufgehört habe, habe ich eine ähnliche Erfahrung gemacht. Damals habe ich bloß Kippen gegen Snickers getauscht; und beides ist nicht gesund, wenn ich es übermäßig konsumiere.

Worauf möchte ich hinaus?

Ich möchte darauf hinaus, dass ich offensichtlich sehr gut darin bin, eine Sucht gegen eine andere Sucht auszutauschen.

Ziel dieses Blogposts ist es, mir mein Verhalten bewusst zu machen und zu begreifen, dass ich gut und gerne auf mein Smartphone verzichten kann, allerdings muss ich aufpassen, dass ich nicht einer Ersatzsucht verfalle.

Ich werde einerseits lernen müssen, Langeweile zu akzeptieren, und andererseits sollte ich nach einer gesunden Alternative zu meiner Ersatzsucht der Nachrungsaufnahme suchen; ich könnte zum Beispiel ein Buch lesen, Musik hören, schreiben, oder fotografieren, während ich auf dem Bus warte.

Die Möglichkeiten sind vielfältig, wenn ich mich nicht für den Weg des geringsten Widerstandes entscheide.

PS Mein Smartphone habe ich mittlerweile gegen das Nokia 100 eingetauscht, das oben auf dem Foto zu sehen ist. Und das Nokia 100 lasse ich, wann immer es sich anbietet, zu Hause liegen.

Was ist meine Lebensphilosophie?

Sebastian Wiegmann, Fotografie, Selbstportrait, Meine Lebensphilosophie
Hemer, 2017

Gestern Abend habe ich mir auf YouTube ein Video von Charisma On Command mit dem wunderschönen Titel „How To Not Give A Fuck“ angeguckt.

Charlie, der Autor des Videos, zieht den Fight Club* Charakter Tyler Durden als Beispiel dafür heran, wie man lernen kann, sich nicht mehr darüber den Kopf zu zerbrechen, was andere über einen denken.

Was Tyler Durden von anderen unterscheide, so Charlie, sei die Tatsache, dass er eine Lebensphilosophie habe, die er nicht nur klar und deutlich artikulieren könne, sondern nach der er auch tatsächlich lebe; bedeutet, Tyler Durden’s Worte und Taten gehen Hand in Hand.

Aus diesem Grund rät Charlie seinen Charisma On Command Zuschauern, ihre eigene Lebensphilosophie aufzuschreiben; er sagt, sie sollten sich überlegen, welche Werte ihnen ganz persönlich in ihrem Leben am allerwichtigsten seien.

Noch während ich das Video geguckt habe, habe ich mich natürlich sofort gefragt: Was ist meine Lebensphilosophie; und kann ich sie nicht nur klar und deutlich artikulieren, sondern lebe auch nach ihr?

Ich kann mich erinnern, als ich noch mitten in meiner Identitätskrise gesteckt habe, dass ich ein Arbeitsbuch zur Selbstanalyse und Zukunftsgestaltung gelesen habe; es heißt: Wer bin ich? – Wer will ich sein?*

In diesem Buch habe ich mehrere Tests gemacht, aber einer dieser Tests sollte mir dabei helfen, meine persönlichen Werte zu erkennen. Die folgenden drei persönlichen Werte sind mir laut diesen Test am wichtigsten:

  1. Weisheit
  2. Autonomie
  3. Agilität

Weisheit, weil ich gerne lerne und so viel wie möglich wissen möchte; Autonomie, weil ich (fast) immer mein eigenes Ding mache und mir nur ungerne von anderen reinquatschen lasse; und Agilität, weil ich mittlerweile großen Wert darauf lege, dass ich mich körperlich fit halte.

Einerseits gut, dass ich mich an das Testergebnis erinnere, andererseits stellt sich natürlich die Frage: Ist das meine Lebensphilosophie?

Ich sag’s mal so:

Weisheit, Autonomie und Agilität spielen in meinem Leben tatsächlich die bedeutendste Rolle und ich rufe sie mir durch meine Glaubenssätze (oder Lebensmaximen), die ich morgens in mein 5-Minuten Tagebuch* schreibe, immer wieder ins Gedächtnis. Und die Summe meiner Glaubenssätze ist meine Lebensphilosophie.

Über meinen ersten Glaubenssatz bzw. meine neue Lebensmaxime habe ich bereits im gleichnamigen Blogpost „Disziplin statt Motivation“ berichtet; der Glaubenssatz ist ein Zitat aus dem Buch Extreme Ownership*, das Ex-Navy Seal Jocko Willink geschrieben hat:

„Discipline equlas freedom.“ -Jocko Willink

Meinen zweiten Glaubenssatz habe ich letztens beim Laufen aufgeschnappt, als ich die Folge „Why We Do What We Do“ des Tony Robbins Podcasts gehört habe. Eine Sache, die Tony Robbins gesagt hat, ist mir ganz besonders in Erinnerung geblieben, weil sie für mich die logische Konsequenz meines ersten Glaubenssatzes ist:

„Progress equals happiness.“ -Tony Robbins

Je disziplinierter ich arbeite und je mehr Selbstkontrolle ich an den Tag lege, desto mehr Freiheit werde ich gewinnen und desto mehr Fortschrit werde ich machen; und das Nebenprodukt, das daraus resultiert, ist mehr Glück und eine bessere Lebensqualität.

Die Kombination aus „Discipline equals freedom“ und „Progress equals happiness“ ist also der Motor, der mich antreibt.

Ich fahre selbst kein Auto und weiß nicht, wieso ich aufeinmal eine Autometapher bemühe, aber für den Fall, dass ich die PS-Zahl meines Motors aufmotzen möchte, kann ich nach belieben weitere Glaubenssätze hinzufügen.

Drei Glaubenssätze, mit denen ich im Moment experimentiere, lauten:

„Intentions form action.“ – Josè Caballer

Ich mache Fortschritt, indem ich die Ziele erreiche, die ich mir stecke. Aber damit ich mir Ziele stecken kann, muss ich meine Absichten kennen.

„Authenticity trumps all.“ – Josh Shipp

Ehrlichkeit im Umgang mit mir selbst und anderen ist mir mega wichtig. Wenn ich ehrlich sage, was ich denke und fühle und ich anderen helfe, weil ich ihnen helfen möchte und nicht, weil ich eine Gegenleistung erwarte, dann bin ich auf dem richtigen Weg.

„There are no uninteresting things, only uninterested people.“ -Gilbert Keith Chesterton

Ich habe es schon oft gesagt, aber sage es immer wieder: Neugier ist mein Kompass. Ich bin leidenschaftlich neugierig und stelle gerne Fragen, weil ich fest davon überzeugt bin, dass ich über jeden Menschen, jedes Tier und jedes Ding eine spannende Geschichte in Erfahrung bringen kann; wenn ich ehrliches Interesse zeige und nachfrage.

Wenn ich mir meine momentane Lebensphilosophie vor Augen führe, wird mir immer klarer, wohin meine Reise mich führen könnte.

„It’s easier to be a cynic than a believer“, schreibt Chris Guillebeau in seinem Buch The Art of Non-Conformity* und ich weiß, dass ich das schon im Blogpost „Danke für die Blumen“ geschrieben habe, aber ich wiederhole mich gerne:

Ich möchte kein Zyniker (mehr) sein; nicht (mehr) spotten. Ich bin Fan und setze auf positive Bestärkung. #TeamHuman (Erfinder des Hashtags ist GaryVee.)

Das Ding ist nämlich folgendes:

„By its simplest definition“, schreibt Taylor Hartman in seinem Buch The Character Code*, „coaching is one person helping another.“ Und Blind CEO Chris Do ergänzt diese Tatsache um einen weiteren wunderbaren Gedanken: „You don’t have to be an expert to help other people.“

Ich möchte anderen Menschen helfen; bin jedoch kein Experte; aber das muss ich auch offensichtlich gar nicht sein.

Stattdessen, und an dieser Stelle schließt sich der Kreis, werde ich weiter leidenschaftlich neugierig bleiben und Fragen stellen, denn ich möchte so weise und einfühlsam, unabhängig und nahbar, fit und gesund wie möglich werden, damit ich ganz individuell auf die unterschiedlichen Bedürfnisse anderer Menschen eingehen und ihnen helfen kann; sofern sie das überhaupt möchten.

Wo wir gerade beim Thema sind: Was kann ich für dich tun?

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